Der Hauptheld öffnet die Tür, geht herein und sagt: “Hallo! Ist Frau Y da?”
P: “Sie telefoniert gerade. Kann ich Ihnen weiterhelfen?”
Held: “Ich wollte nur meinen Ausweis abgeben. Heute ist mein letzter Tag.”
P greift in die Schublade mit den Taschentüchern mit dem aufgedruckten Firmenlogo, guckt ihn mit einem Blick an der ungefähr so viel bedeutet wie “du kannst ja nichts dafür, dass du so armselig sind” und sagt verlogen: “Ohhh, Sie armer, sind Sie auch eines dieser vielen 90-Tage-Opfer?”
Held: “Nö, ich bin eines der wenigen ‘Ich-geh-nach-Schweden-Opfer’.”
Es gibt Momente im Leben eines Menschen, in denen man sich genau darüber Gedanken macht, was einem begründet, was einem ausmacht. Viele Ereignisse in meinem persönlichen und beruflichen Umfeld ließen mich in den letzten paar Monaten über meinen Lebensweg nachdenken (ich musste mich erst sortieren, deshalb fehlte auch der Anreiz zu bloggen).
… three months. Und dann geht es hierhin. Um die Wissenschaft voranzutreiben, neue Erfahrungen zu sammeln und ein neues Land kennenzulernen. Nebenbei auch um eine weitere Sprache zu erlernen. Ich bin auf jeden Fall gespannt und blicke voller Erwartungen auf die kommende Zeit
Doch bevor es soweit ist, muss ich noch’n paar Klausürchen erledigen, mit Profs verhandeln, einen Roboter bauen, die Arbeit abschließen, nach Paris fliegen. Oh, und Geschenke kaufen. Ist ja bald wieder Weihnachten.
Versetzen wir uns doch mal zurück ins entfernte 1995. Das Jahr der vierten EU-Erweiterung. Und das Jahr in dem Bulgarien wieder eine kommunistische eine neue sozialdemokratische Regierung bekam. In diesem Jahr sollte die Rechnerwelt eine Fensterrevolution erleben. Und das Internet wurde um einen weiteren User bereichert - den damals 108 Monate alten Herr Bellerophon.
101000111… Verdammt! Stop! Ab jetzt wird’s analog (na ja, eigentlich eher pseudoanalog). Angefangen hat alles am Freitag, als ich mich 8 Stunden lang mit digitaler Regelung befasste. Zur Abwechslung kamen dann am Samstag digitale Sensorstrukturen ran. Und heute noch 10 Stunden lang digitale Messtechnik. Irgendwie werde ich jetzt das Gefühl nicht los, dass eine Stimme in meinem Kopf ständig die folgende Botschaft wiederholt:
Ja, sie ist da. Deutlich präsent. Hier sollte schon längst ein Text über einige interessante weitere Begegnungen mit meinem Lieblingspraktikumsgruppenmitglied mit der amputierten Eigenschaft eigene Fehler zugeben zu können gestanden haben. Oder darüber, wie mir von einem unfreundlichen Menschen gesagt wurde, ich solle freundlicher werden. Oder über die bezaubernden Seiten von Spandowien. Auch über dem netten Cafe in dem ich neulich lecker gegessen hab. Und ein interessantes Gespräch geführt habe. Über wichtige Ereignisse in meinem Heimatland. Oder einfach darüber wie gern ich mal wieder tanzen gehen würde. Oder wie gern ich wieder die sanften Wellen des Meeres mit meiner Hand spüren würde. All dies. So nah und doch so ungreifbar fern. Verschoben. Auf irgendwann mal. Wenn die Welt ein besserer Ort geworden ist. Nach den Prüfungen.
Die Kombination aus nicht ausgeschlafen sein und einer anstrengenden universitären Tätigkeit am frühen morgen sind durchaus nicht den Umgang mit anderen Menschen fördernde Umstände. Wenn die besagten Individuen zudem auch noch durch diverse Reaktionen (die Ich-weiss-sowieso-alles-besser-Einstellung und bin so gut, dass ich selbst den Tutor nicht zu Wort kommen lasse) provozierend wirken, dann kommt ein Herr Bellerophon zum Vorschein, den manch einer nie für möglich gehalten hätte. Es ist ein wortgewandtes, stures und bis zum bitteren Ende ehrliches Geschöpf. So ehrlich, dass es eben die Wahrheiten über die Anderen, die es sonst nie so direkt und schmerzvoll treffsicher zum Ausdruck gebracht hätte, dem gegenüber mitteilt. Schön in einem Nebensatz verpackt, konzentriert in ein bis zwei äußerst präzise Wörter. Und mit einem kalten spöttischen Grinsen im Gesicht, das den anderen einfach in den Wahnsinn treibt.
Manch einer hat sich bestimmt schon gefragt, wieso es hier im Blog so ruhig geworden ist. Schuld daran sind vor allem vielerlei verschiedene, äußerst zeitaufwändige und unspassige Unibeschäftigungen mit denen ich mich zur Zeit rumplagen muss. Mein Alltag besteht in der Regel aus morgens früh aufstehen, zur Uni bzw. Arbeiten gehen und dann je nach Wochentag 6-10 Stunden da verbleiben. Abends werden benotete Protokolle (für diejenigen, die noch nie ein ingenieurwissenschaftliches Protokoll zu sehen bekommen haben - es handelt sich um eine 30-35 seitenlange schriftliche Arbeit) geschrieben, die stets in einem Zweiwochentakt abgegeben werden müssen. Parallel bereitet man sich für Tests vor, die einem ebenfalls alle 14 Tage Freude bereiten. Und spätestens wenn man dazu noch ein benotetes Englischpaper schreiben und abgeben muss, mit der natürlich dazugehörigen 30minütigen Präsentation, macht das Leben echt keinen Spass mehr. Das Wort “Leben” ist in diesem Fall eher unpassend. “Schattenexistenz” trifft es wohl eher zu.
Und nun versuche ich mal den “Sich-Beklagen-Modus” abzuschalten…
für einen neuen Kulttanz nach Macarena- und Ketchupgeflattere - der Ukrainische Pieps-Nick. Jetzt hat niemand mehr die Ausrede, es wäre zu kompliziert! Also auf die Plätze, fertig, losgenickt!
In einem 100-Personensaal, in dem sich ca. 15 Leute und eine wissenschaftliche Assistentin befanden, warteten alle gespannt auf den hochfahrenden Rechner. Jeder wusste es - die bald auf die Wand projiziert werden sollende Information war essentiell. Der Inhalt - von unbezahlbarem Wert und gleichzeitig so kryptisch wie überlebenswichtig für das Leben der jungen, ehrgeizigen Studenten. Einer unter ihnen war Blogger. Und er hatte eine Geheimwaffe in der Tasche. Er zog sie raus. Die tapferen Krieger neben ihm schmunzelten bereits. Er bereitete sich vor, nahm das Gerät in Betrieb und im entscheidenden Augenblick drückte er den entscheidenden Button. Der Saal wurde von Licht überflutet. Die ahnungslose Dozentin drehte sich um und versuchte herauszufinden wer für ihre temporäre Verblindung zuständig war. Alle lachten. Nur einer guckte mit einem Lämmchenausdruck im Gesicht auf die Tafel und tat so, als würde er nicht verstehen was gerade vor sich ging. Als der Blendeffekt abgeklungen war, lächelte sie ihn an und meinte - ihr wisst doch, dass ihr immer in meine Sprechstunde kommen könnt, um euch die Musterlösung anzuschauen.