Verfasst von Bellerophon in Außenstelle Sofia
Wozu braucht man Natur, wenn man stattdessen viele neue Hotels bauen kann? Man füllt sie dann mit ausländischen Touristen und verdient damit richtig Kohle! Hört sich doch plausibel an? Kleines Problem: Es gibt bald keine Touristen mehr. Aber egal. Lasst uns weiter wie wild bauen!
Schon im Sommer 2004 hatten die Statistiker einen abfallenden Wert der Touristenanzahl an der bulgarischen Schwarzmeerküste festgestellt. Es ist laut, schmutzig, man kann wegen den nahen Baustellen nachts kein Auge zumachen und der Strand ist 8-20 Uhr randvoll. Doch das interessierte niemanden. Die Bebauung der einst kleinen Kurorte und Städtchen am Schwarzen Meer wurde immer weiter getrieben. So weit, dass ab kommenden Herbst die ersten Hotels abgerissen werden müssen - egal ob wegen Einsturzgefahr oder fehlenden Finanzen.
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Verfasst von Bellerophon in Außenstelle Sofia
Auf zum Schwarzen Meer!
Denn wie die Aussenstelle Sofia der Plus-Newsletter von heute berichtet, kann man jetzt super günstig in Bulgarien Urlaub machen! Eine Woche Meer, Sonne und Spaß für 366 Euro in einem 4 Sterne Hotel am Goldstrand! Und wer Lust hat, nebenbei noch ein bisschen Geschichte in der antiken Stadt Mesembria zu sehen, sollte auf jeden Fall an den Sonnenstrand - garantiert Bellerophon-Zertifiziert (dort hat Herr Bellerophon schon mehrmals Urlaub gemacht, zuletzt vor zwei Jahren) und zwar mit dem Qualitätssiegel “Sehr Gut”!
Was bleibt da noch zu sagen?
Schöne Ferien!
Verfasst von Bellerophon in Außenstelle Sofia
Zumindest sind die Türken nun im Europäischen Parlament. Denn bei den Wahlen für das Europaparlament in Bulgarien am vergangenen Sonntag hat die Partei der türkischen Minderheit DPS nun mit 20,26% der Stimmen genau so viele Abgeordnete (nämlich 5) erhalten, wie die zwei “Gewinnerparteien” des regierenden Bürgermeisters von Sofia Boiko Borisov - GERB und der Kommunisten Sozialisten von BSP mit jeweils 21,69 und 21,41 %.
Neben der extrem niedrigen Wahlbeteiligung zeigt dieses Ergebnis insbesondere auch die heikle politische Lage in meinem Heimatland, zwischen Bestechungsskandalen im Energiesektor bis hin zu Protesten auf den Straßen von Sofia. Und es muss sich was ändern, denn die Klimaerwärmung wirkt sich eben in den landwirtschaftlichen Regionen im Land (die von Natur aus sehr trocken sind) natürlich am schlimmsten aus. Deshalb gehen jetzt auch die Getreidehersteller auf Streik und verlangen mehr Fördermittel für bessere Bewässerungsanlagen, wie es in diesem Artikel der Bulgarischen Zeitung “Dnevnik” heißt.
Und bevor ich wieder anfange mich zu ärgern, verabschiede ich mich mit der Übersetzung der Worte des Sofioter Bürgermeisters Boiko Borisov (übrigens ein ehemaliger Bodyguard des Generalsekretärs der kommunistischen Partei in Bulgarien) aus einem seiner künftigen Interviews: “Dass so armselige Leute dich regieren, das ist beleidigend”. Ooh, ja, Herr Borisov, tolle Aussage!