Ein Wort hat mir in den letzten Tagen ziemlich viel Kummer bereitet. Ein kurzes Kompositum bestehend aus zwei Lexemen lateinischen Ursprungs, dessen semasiologische Erschließung eine große Herausforderung für meine hermeneutischen Fähigkeiten darstellte.
Unimodular.
Im Zusammenhang mit Matrizen. Die deutsche Variante der allwissenden, freien Enzyklopädie meint dazu:
Eine quadratische Matrix über dem Integritätsbereich R heißt unimodular, wenn ihre Determinante eine Einheit in R ist.
Ahaaaa. Jetzt war mir natürlich schon alles klar. Präzise und wissenschaftlich ausgereift klingend, ohne eine Einschränkung der Allgemeinheit in irgend einer Form zuzulassen. Alles in Einem eine perfekte Definition, die der seit Jahrhunderten durch Goethe und Co. etablierten deutschen Tradition der Abgrenzung von zwei Klassen - die des nicht-wissenden Normalsterblichen und die des omnipotenten Wissenschaftlers. In der englischen Wikipedia hingegen wurde, wie fürs Angelsächsische oft üblich, die ganze Komplexität des Themas auf eine absolut unangemessene Art und Weise niedergeschrieben:
In mathematics, a unimodular matrix M is a square integer matrix with determinant +1 or ?1.
Pfui, sage ich nur! Wo kämen wir denn hin, wenn jetzt auf einmal jeder verstehen könnte, was eine unimodulare Matrix ist?


Und das muss Mann wissen wenn er einen Geschirrspüler baut? Kein Wunder das in diesem Lande nichts so richtig vorankommt…
Falls auch Sie jemals auf die Idee kommen sollten, dass ich Ihre Diplomarbeit korrekturlesen sollte…. die Antwort lautet: Nein. Denn ich lese keine Dinge, von denen ich gar nichts verstehe.
Herr Spontiv hat übrigens Recht!
Herr spontiv, ich baue doch keine Geschirrspüler!
Frau Indica, keine Sorge! Für Sie ist dann irgendwann die Diss reserviert, ok? Ich erwähne Sie auch in der Widmung, versprochen! ;P
…oder Waschmaschinen, Autos, Nähmaschinen…
Was lernen Sie auch für schlimme Wörter, tztz.